Sergey Lagodinsky

Sergey Lagodinsky (* 1975 in Astrachan, Sowjetunion) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Publizist

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.

Lagodinskys Familie wanderte Ende 1993 nach Deutschland aus. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen sowie Public Administration an der Harvard University. Er promovierte im Bereich Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Fellow am Global Public Policy Institute und bei der Stiftung Neue Verantwortung.

Publizistisch arbeitet er für mehrere Zeitungen und Rundfunkanstalten wie Deutschlandradio Kultur, Deutschlandfunk und Deutsche Welle. Ebenso kommentierte er für den BBC World Service sowie RTVi, für Radio Liberty und N24 sowie veröffentlichte Gastbeiträge unter anderem für den Tagesspiegel, die Süddeutsche Zeitung sowie für Die Welt, die Financial Times Deutschland und das Handelsblatt. Von September 2003 bis Februar 2006 war Lagodinsky Direktor im Berliner Büro des American Jewish Committee. Seit 2008 ist Lagodinsky Präsidiumsmitglied der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Seit 2001 war Lagodinsky Mitglied der SPD. Er gründete den Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten und beteiligte sich am Bundesarbeitskreis der Integration und Migration beim Bundesvorstand der SPD. Nach der Einstellung des Parteiordnungsverfahrens gegen Thilo Sarrazin beendete er 2011 seine Parteimitgliedschaft und veröffentlichte einen Offenen Brief an die Generalsekretärin Andrea Nahles, in dem er seinen Austritt mit der Ängstlichkeit und Unentschlossenheit der Partei begründete. Kurze Zeit später trat er Bündnis 90/Die Grünen bei. Seit April 2012 ist Lagodinsky Leiter des Referats Europäische Union / Nordamerika der Heinrich-Böll-Stiftung.

Lagodinsky beteiligt sich seit Jahren an der Diskussion um Integration von Migranten und schildert dabei auch autobiografische Einsichten zum Thema der Identität als jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion.

Sergey Lagodinsky stellte sich in der Diskussion um den Bau der Kölner Moschee gegen Ralph Giordano und setzte sich für den Bau repräsentativer muslimischer Gotteshäuser in Deutschland ein. Er kritisierte scharf die Absetzung des Leiters des Zentrums für Türkeistudien Faruk Şen und sprach sich gegen eine Tabuisierung des Vergleichs von türkischen und jüdischen Diskriminierungserfahrungen aus. In der Diskussion um die Vergleichbarkeit von Antisemitismus und Islamophobie vertritt er die Ansicht, dass vergleichende Analysen beider Phänomene von großem Nutzen sein können.

Außenpolitisch hat Lagodinsky u

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. a. zu den Fragen des deutsch-israelischen Verhältnisses, der transatlantischen Beziehungen und zu EU-Fragen Stellung bezogen. Im Jahre 2009 lieferte er sich eine kontroverse Auseinandersetzung mit Klaus Harpprecht auf den Seiten der Neuen Gesellschaft/Frankfurter Hefte zum Stellenwert der deutsch-israelischen Beziehungen.

Im Jahre 2006 forderte Lagodinsky in der Süddeutschen Zeitung vom Zentralrat der Juden in Deutschland eine institutionelle Anerkennung der kulturellen und religiösen Vielfalt des gegenwärtigen jüdischen Lebens in Deutschland. Nach der Lancierung der Information über Charlotte Knoblochs Rücktritt im Jahr 2010 bezeichnete er die Kampagne innerhalb des Zentralrates der Juden gegen die damalige Präsidentin als „würdelos“.

Im Februar 2011 kam es zu einer offenen Auseinandersetzung zwischen Henryk M. Broder und Lagodinsky bezüglich der Erinnerungsarbeit zum Widerstand in der Rosenstraße. Broder warf Lagodinsky vor, durch seine Zusammenarbeit mit Irene Runge und Mario Offenberg, die Broder als DDR-Kollaborateure und „schäbige Trittbrettfahrer der Geschichte“ bezeichnete, das Ansinnen der Gedenkveranstaltung, Zivilcourage in totalitären Regimen zu ehren, zu konterkarieren. Lagodinsky antwortete, für ihn stehe die Arbeit mit Menschen im Mittelpunkt, auch mit solchen, die in der Vergangenheit Fehler begangen hätten. Auch Lagodinskys Plädoyer für eine Beteiligung Deutschlands an der Durban-Review-Konferenz 2009 in Genf, die von diversen westlichen Staaten boykottiert wurde, führte zu einer weiteren Auseinandersetzung mit Broder.

1998 wurde Lagodinsky mit dem Theodor-Fontane-Preis der Studienstiftung des deutschen Volkes „für seinen Einsatz in der deutsch-jüdischen Aussöhnung“ ausgezeichnet.

Hans Eichenberger

Hans Eichenberger (* 1926 in Grosshöchstetten im Schweizer Kanton Bern) ist ein international bekannter Innenarchitekt und Designer. Seit den 1950er Jahren entstanden nach seinen Entwürfen Einrichtungen und Möbel in geradlinigem, modernem Stil. Seine Arbeiten sind in namhaften Museen ausgestellt.

Nach einer Schreinerlehre und mehreren Volontariaten als Zeichner war er 1950/51 in Paris beim Achitecte d’Interieur Marcel Gascoin tätig und erhielt dort die entscheidenden Impulse für nachhaltiges Design sowie den Einblick in die Szene um Le Corbusier. Zurück in Bern führte er bis 1953 seinen eigenen Laden „form“ an der Gerechtigkeitsgasse in der Nachbarschaft seines Konkurrenten und späteren Freundes Teo Jakob. Mit Robert und Trix Haussmann, Kurt Thut

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,Teo Jakob und dem Grafiker und Fotografen Alfred Hablützel gründeten sie das „Swiss Design“ In den 1950er Jahren begann dann auch seine Zusammenarbeit mit dem 1956 gegründeten Architekturbüros Atelier 5. Für deren im Bau befindlichen Siedlung Halen bei Bern plante er das Bistro mit Laden. Sein Atelier hat seit 1960 seinen Sitz in der Halensiedlung.

Eichenberger realisierte 1976-81 in Zusammenarbeit mit dem Atelier 5 für die Direktion der Schweizer Nationalbank verschiedene Sitzungsräume und Büros, 1979-81 für die Spar- und Leihkasse die Schalterhalle und Einrichtungen für Geschäftshäuser und Restaurants. 1982-83 entstand die Cafeteria als Erweiterung im Kunstmuseum Bern. Schweizweit bekannt wurden seine SBB-Wagons mit den in blau-rotem Stoff bezogenen Sitzen. Zusammen mit Gertsch und Head wurden 1966-80 Ski-Sicherheitsbindungen entwickelt. Hans Eichenberger hat über 50 Sitzmöbel

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, Kommoden (Schweizerisch Schubladenstöcke), Tische und sonstige Einrichtungsgegenstände entworfen – zum Beispiel den «Saffa-Stuhl» 1955 für Dietiker, den «EXPO-Sessel» 1964 und die «HE-Reihe» 1978. Zu seinen Kunden gehörten unter anderem Röthlisberger

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, Strässle, Wogg, De Sede und Dietiker. Entgegen seiner Herkunft aus dem Schreinergewerbe, bestehen seine Kreationen überwiegend aus Metall, Leder und Kunststoffen – so auch einer seiner Klassiker, die «Litfass-Säule» für Wogg.

Eichenbergers Entwürfe sind in diversen Sammlungen vertreten. Unter anderem im MoMA New York, im Vitra Design Museum in Weil am Rhein und im Museum für Gestaltung Zürich.

Eichenberger ist Mitglied des Schweizerischen Werkbunds (SWB).

Johann Karl Wilhelm Illiger

Johann Karl Wilhelm Illiger (* 19. November 1775 in Braunschweig; † 10. Mai 1813 in Berlin) war ein deutscher Zoologe und Entomologe.

Johann Karl Wilhelm Illiger wurde als sechstes von acht Geschwistern geboren. Sein Vater, der Braunschweiger Kaufmann Johann Jakob Illiger, legte trotz seiner beschränkten finanziellen Mittel großen Wert auf eine gute Ausbildung seiner Kinder, von denen neben Karl Illiger zwei weitere eine wissenschaftliche Laufbahn einschlugen.

Illiger besuchte zuerst die Privatschule, in der er schon als Kind großes Interesse an der Naturforschung zeigte und eigenständig eine botanische Sammlung anlegte

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. Später besuchte er in Braunschweig das Martineum, danach das Catharineum, wo er seine naturkundlichen Studien fortsetzte, aber auch in den anderen Fächern überdurchschnittliche Leistungen zeigte. Im Alter von 15 Jahren erhielt er naturgeschichtlichen Unterricht durch den Naturforscher und Mathematiker Johann Hellwig, der Illigers Interesse und Eifer für die Natur erkannte und nach Kräften förderte. Bald wurde Illiger Hellwigs ständiger Begleiter auf Exkursionen und Gehilfe bei der Auswertung und Ordnung seiner Sammlungen und Vorbereitung seiner Publikationen und wohnte schließlich auch im Haus seines Lehrers, der ihm zu einem guten Freund geworden war.

Im Jahr 1793 begann Illiger sich mit dem Besuch des Collegium Carolinum auf das Universitätsstudium der Medizin vorzubereiten. Seine schwache körperliche Konstitution war aber diesen Anstrengungen nicht gewachsen, eine lebensgefährliche Krankheit zwang ihn schon im darauffolgenden Jahr, seine Studienpläne aufzugeben. Im Hause Hellwigs erholte er sich dank der Pflege durch Hellwigs älteste Tochter von seiner Krankheit. In der Zeit seiner Genesung befasste er sich intensiv mit Hellwigs bedeutender Insektensammlung und beschloss, sich ganz der Entomologie zu widmen, da eine Fortsetzung des Medizinstudiums aus gesundheitlichen Gründen unmöglich war. Er besorgte sich die Schriften aller bedeutenden Entomologen seiner Zeit und veröffentlichte 1794 seine erste entomologische Arbeit: „Beschreibung einiger neuer Käfer“. Aber schon vorher war sein Name in Entomologenkreisen bekannt, da Hellwig manche neuen Erkenntnisse und Berichtigungen seines Schülers in seinen Schriften verbreitete. Das erste größere von Illiger bearbeitete Werk, erschienen 1795 unter dem Namen Hellwigs, war die zweite Auflage der Fauna Etrusca von Pietro Rossi. 1798 veröffentlichte er mit dem Verzeichniß der Käfer Preußens. Entworfen von Johann Gottlieb Kugelann eine wichtige Revision der einheimischen Käferfauna, in der er auch Vorschläge zur Verbesserung der Terminologie und Systematik machte.

Ein Stipendium des Braunschweiger Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand, das dieser auf Fürsprache Hellwigs gewährte, ermöglichte Illiger ab Ostern 1799 das Studium in Helmstedt. Noch im gleichen Jahr wechselte er nach Göttingen. 1800 erschien sein erstes vollständig selbst erstelltes größeres Werk, Versuch einer systematischen vollständigen Terminologie für das Tierreich und Pflanzenreich, das er dem Herzog widmete. Das Buch gilt als großer Fortschritt in der damaligen zoologischen Systematik.

Weitere Werke waren eine zweite Ausgabe des Verzeichnisses der Wiener Schmetterlinge von Michael Denis und Ignaz Schiffermüller und die Übersetzung eines vorher schwer zugänglichen Insektenwerks von Guillaume-Antoine Olivier. Beide Arbeiten ergänzte er mit eigenen Zusätzen und Verbesserungen.

1802 lernte er bei der Rückkehr nach Braunschweig Graf von Hoffmannsegg kennen, einen Forschungsreisenden, der eine riesige Insektensammlung durch eigene Sammeltätigkeit und die eines von ihm angestellten Sammlers zusammengetragen hatte, zu einem großen Teil aus anderen Kontinenten. Hoffmannsegg wollte sich zusammen mit Hellwig an die systematische Aufarbeitung des Materials machen, dieser übertrug die Arbeit aber aus Zeitgründen an Illiger. Eine kleine Pension des Herzogs sowie die bescheidenen Honorare, die Illiger für seine Publikationen erhielt, reichten ihm als Entlohnung für diese Arbeit, der er sich mit vollem Eifer widmete. Graf Hoffmannsegg wurde bald ein guter Freund Illigers, außerdem korrespondierte er mit vielen bedeutenden Entomologen in ganz Europa, so dass er seine Bildung zunehmend vervollkommnen konnte. Um die neuen Erkenntnisse zu veröffentlichen, die er aus der Fülle des Materials der Hoffmannseggschen Sammlung herausgearbeitet hatte, gründete Illiger eine eigene entomologische Zeitschrift, die 1802–1807 herauskam und vor allem seine eigenen Arbeiten enthielt. Diese Publikationen brachten ihm große Anerkennung und auf Vorschlag von Fabricius das Doktordiplom der Universität Kiel. Neben vielen entomologischen Arbeiten veröffentlichte er auch einige Abhandlungen über Säugetiere.

Mit dem Tod des Herzogs im Jahr 1806 verlor Illiger seine Pension wie auch die Aussicht auf eine feste Anstellung. Er folgte deshalb bereitwillig Graf Hoffmannsegg nach Berlin, auch wegen der unsicheren politischen Verhältnisse in seiner Heimatstadt. In Berlin arbeitete er an der Bestimmung und Ordnung südamerikanischer Säugetiere und Vögel. Wegen eines erneuten Ausbruchs seiner Krankheit musste er nach sieben Monaten diese Tätigkeit wieder aufgeben und nach Braunschweig zurückkehren. Er erholte sich in der Folgezeit wieder und erhielt 1810 endlich eine Stellung auf Lebenszeit, nämlich die Aufsicht über die königliche Naturaliensammlung in Berlin, die ihm von Wilhelm von Humboldt

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, damals Sektionschef für Kultus und öffentlichen Unterricht, übertragen wurde. Haupttätigkeit war die Aufarbeitung der umfangreichen Säugetiersammlung, woraus Arbeiten über die geographische Verbreitung der Säugetiere sowie 1811 der Prodromus Systematis Mammalium et Avium resultierten. Dieses Werk knüpft an das von Cuvier an, berücksichtigt aber einige neue Erkenntnisse, so werden beispielsweise die Kloakentiere als eigene Ordnung von den Zahnarmen abgespalten. Zudem beschreibt Illiger in dieser Arbeit, die als eines der bedeutendsten zoologischen Werke seiner Zeit gilt, eine große Zahl neuer Gattungen, benutzt konsequent ein biologisches Artkonzept und trägt wesentlich zur Einführung der Familie als systematische Rangstufe bei.

Illigers Gesundheitszustand schien stabil und mit der Aussicht auf eine gesicherte Zukunft heiratete er Hellwigs älteste Tochter. Schon im Winter 1812 erlitt er aber wieder einen Ausbruch seiner Krankheit, den er noch einmal überwinden konnte, um im Laufe dieses Jahres die systematische Erfassung brasilianischer Amphibien zu beginnen. Im Frühjahr 1813 brach jedoch sein Leiden mit solcher Schwere aus, dass keine Besserung und Genesung mehr möglich war. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1813 verstarb Illiger im Alter von nur 37 Jahren.

1810 wurde er als ordentliches Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Carl Ludwig Blume ehrte ihn mit der Benennung der Gattung Illigera (Hernandiaceae) im Jahr 1826.

Im englischen Sprachraum hat der Rotrückenara (Primolus maracana) unter anderem den Namen Illiger’s Macaw.

Dieter Schütz

Dieter Schütz (* 9. Mai 1955 in Flensburg; † 25. September 1991 in Flensburg) war ein deutscher Musiker und Komponist.

Dieter Schütz lernte in seiner Kindheit Akkordeon, Blockflöte und Akustikgitarre und machte schon als 15-Jähriger erste Erfahrungen als Gitarrist in einer Amateur-Rockband. Ab 1974 spielte er Lead-Gitarre in der Flensburger „WTS-Band“, die damals regional sehr bekannt war. Es folgte dann eine jahrelange Mitwirkung als Lead-Gitarrist in der von ihm mitgegründeten Gruppe „Zest“. Bereits in dieser Zeit beschäftigte er sich in seinem Heimstudio mit dem Komponieren von elektronischer Musik.

Schütz wurde zum Multi-Instrumentalisten; er komponierte und produzierte zunehmend Songs und Tracks, auf denen er ausnahmslos alle Instrumente, sowohl akustische als auch elektronische, selbst spielte. 1981 erschien sein Debüt-Album TransVision auf dem „IC“-Label (Innovative Communication). Es folgten mehrere Instrumental-Soloalben, veröffentlicht auf „Sky-Records“ im German News Musikverlag, Hamburg. Gemeinsam mit Adelbert von Deyen war er 1985 zu Gast in der Radiosendung „Schwingungen“ bei Winfrid Trenkler im WDR. Das NDR-Fernsehen zeigte 1991 im „Nordschau-Magazin“ einen kurzen Bericht und ein Interview über und mit Dieter Schütz.

Seine Vielfalt an kreativen Ideen und sein Arbeitspensum waren enorm. Noch kurz vor seinem Tod gründete er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Ulla Witt und seinem Freund Adelbert von Deyen das Poprock-Trio „Deja Vue“, von dem später das Album Nightflight erschien. Als Dieter Schütz am 25

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. September 1991 im Alter von 36 Jahren plötzlich verstarb, hinterließ er nicht weniger als 500 von ihm selbst komponierte und produzierte Songs und Instrumentals, von denen jedoch nur ein Bruchteil auf LP/CD veröffentlicht wurde. Unter dem Titel Old Fashioned erschien im September 2009 ein Album mit fünf neuen Instrumental-Tracks von Adelbert von Deyen und fünf bislang unveröffentlichten Tracks von Dieter Schütz – anlässlich seines achtzehnten Todestages

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Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof der Ortschaft Sörup (Landkreis Schleswig-Flensburg).

Celso Míguez

Celso Míguez Pereira (* 1. Mai 1983 in Pontevedra) ist ein spanischer Rennfahrer.

Míguez begann seine Motorsportkarriere 1990 im Kartsport, in dem er bis 2000 aktiv war. 2001 gab er in der französischen Formel Campus sein Debüt im Formelsport. 2002 wechselte er in die Formel Nissan 2000 und wurde mit drei Podest-Platzierungen Sechter im Gesamtklassement. Darüber hinaus trat er eine halbe Saison in der spanischen Formel-3-Meisterschaft an und belegte den 13. Gesamtrang. 2003 blieb er in der Formel Nissan 2000, die inzwischen in World Series Light umbenannt worden war, und startete für Meycom. Während sein Teamkollege Juan Cruz Álvarez den Meistertitel gewann, verbesserte sich der Spanier auf den fünften Gesamtrang. 2004 bestritt Míguez für Meycom seine dritte Saison in der World Series Light. Mit drei Siegen wurde er hinter Miloš Pavlović Vizemeister. Außerdem absolvierte er zwei Gaststarts in der spanischen Formel 3.

2005 wechselte Míguez zu Pons Racing in die World Series by Renault. Während sein Teamkollege Adrián Vallés Vizemeister wurde mcm taschen sale, erzielte er nur bei vier Rennen Punkte und beendete die Saison auf dem 19. Gesamtrang. 2006 begann der Spanier die Saison bei Pons Racing. Nachdem er mit seinem Teamkollegen James Rossiter nicht mithalten konnte, wurde er nach sechs Rennwochenenden durch Tristan Gommendy ersetzt. Míguez selbst bestritt die restliche Saison für Comtec Racing. Zwar konnte er bei den Comtec bessere Leistungen erzielen, von seinem Teamkollegen Alx Danielsson, der im selben Zeitraum vier Rennen für sich entschied und sich den Meistertitel sicherte, wurde er jedoch deutlich distanziert. Am Ende belegte er den 24. Platz in der Gesamtwertung. 2007 blieb er zunächst in der World Series by Renault und erhielt ein Cockpit bei Eurointernational. Nach den ersten fünf Rennen wurde er durch Jaap van Lagen ersetzt und belegte am Saisonende den 23. Platz in der Fahrerwertung. Anschließend nahm der Spanier für G-Tec an einem Rennwochenende der Euroseries 3000 teil und erzielte mit einem dritten Platz eine Podest-Platzierung.

2008 kehrte er in die spanische Formel-3-Meisterschaft zurück und trat erneut für Meycom an. Mit einem zweiten Platz als bestes Resultat belegte er am Ende der Saison den 14. Gesamtrang. Nach der Umbenennung der Serie in European F3 Open, wechselte Míguez zu Drivex. Der Spanier gewann fünf Rennen und war der Pilot mit den meisten Siegen. Dennoch unterlag er Bruno Méndez am Saisonende knapp mit zwei Punkten und wurde Vizemeister.

2010 wechselte Míguez zu RP Motorsport in die Auto GP, in der er bereits 2007, als die Serie Euroseries 3000 hieß, gestartet war. Nach dem vierten Rennwochenende wurde er durch Giacomo Ricci ersetzt und belegte am Saisonende mit einem zweiten Platz als bestes Resultat den 14. Gesamtrang. Außerdem startete er in der Saison 2010 an zwei Rennwochenenden für zwei von Drivex betreute Teams in der Superleague Formula. Nach dem zehnten Rennwochenende konnte er noch keine Zielankunft vorweisen.

Arbutin

gelbliche nadelförmige Kristalle mit bitterem Geschmack

fest

199,5 °C

praktisch 0 bei 25 °C

mäßig in Wasser (50 g·l−1)

Arbutin (Hydrochinon-β-D-glucopyranosid) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Aryl-β-Glucoside und der Hydrochinone.

Arbutin kommt in Damiana, Preiselbeere, Heidelbeere, Himbeere, Weizenkeimen, Porst, rundblättrigem Wintergrün, Bärentraube (Mindestanforderung laut Europäischem Arzneibuch 7&nbsp

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;%), Kaffee, Tee, Rotwein sowie Birnen und Birnenblättern (mit mehr oder weniger Gehalt) vor. Es wird im Darm durch Bakterien zu Glucose und Hydrochinon umgesetzt.

Vorstufe des Arbutins ist die über den Shikimatweg gebildete Cumarsäure. Durch eine β-Oxidation der Propylen-Seitenkette entsteht p-Hydroxybenzoesäure, aus der schließlich durch oxidative Decarboxylierung das Benzohydrochinon gebildet wird. Letzteres wird nun O-glykosyliert zum Arbutin.

Arbutin stellt als Hydrochinonglukosid ein Prodrug dar. Es ist in der ursprünglichen Form schlecht resorbierbar und kann in dieser Form nicht an seinen Wirkungsort gelangen. Vor der Resorption muss es daher erst im Magen und oberen Dünndarm zu den gut resorbierbaren Hydrochinonen hydrolysiert werden. Die „Entgiftung“ erfolgt in der Leber, indem Hydrochinon mit Glucuronsäure oder Schwefelsäure konjugiert, was die Wasserlöslichkeit und somit den Transport im Blut verbessert. Über diesen Weg erreichen innerhalb von 6 Stunden 70 % bis 75 % der aufgenommenen Menge die Nieren und werden dort mit dem Harn ausgeschieden. Bakterien in der Blase können den Hydrochinonkomplex wieder spalten und so Hydrochinon freisetzen. Hydrochinon wirkt antibakteriell. Arbutin-haltige Drogen (z. B. Bärentraubenblätter) und ihre Extrakte werden daher bei bakteriellen Infektionen der Harnwege medikamentös angewendet.

Das aus Arbutin entstehende Hydrochinon besitzt in höherer Dosierung eine leberschädigende Wirkung und steht im Verdacht, mutagene oder möglicherweise sogar kanzerogene Wirkungen zu haben. Daraus ergeben sich die Beschränkungen in der Anwendung:

Auf Grund des hohen Gerbstoffgehalts Arbutin-haltiger Drogen ist bei der Zubereitung als Tee Übelkeit und Erbrechen möglich. Daher sollte es als Kaltmazerat zubereitet werden, da so kaum Gerbstoffe aus dem Pflanzenmaterial extrahiert werden.

Christopher Quiring

Christopher Quiring (* 23. November 1990 in Berlin) ist ein deutscher Fußballspieler.

Quiring begann seine Fußballerkarriere beim BSC Marzahn. Am 1. Juni 2002 wechselte er zum 1. FC Union Berlin in die D-Jugend

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. Ab 2008 spielte er für die zweite Mannschaft des Vereins. Sein Debüt in der ersten Mannschaft gab er am 15. August 2010 im DFB-Pokalspiel zwischen dem Halleschen FC und Union Berlin. Eine Woche später hatte er zum Saisonauftakt 2010/11 seinen ersten Zweitligakurzeinsatz. Durch weitere überzeugende Einwechslungen verdiente er sich seinen ersten Platz in der Startaufstellung am viertletzten Spieltag. Am 33. Spieltag gelang ihm schließlich sein erstes Profitor mit dem 3:2 gegen Energie Cottbus, das seine Mannschaft auf die Siegesstraße brachte.

Bei der Wahl des Berliner Fußball-Verbandes wurde er nach der Saison zum Berliner Amateurfußballer des Jahres gewählt.

Dem Tagesspiegel zufolge steht Quiring den Ultras des 1.FC Union nahe und hat das Logo der Gruppierung Wuhlesyndikat auf der Wade tätowiert.

Im Dokumentarfilm Union fürs Leben, der am 3. April 2014 auf dem 11mm Premiere feiert, ist er einer der Protagonisten.

Mohamed Amsif | Sören Brandy | Jakob Busk | Dennis Daube | Stephan Fürstner | Philipp Hosiner | Benjamin Kessel | Benjamin Köhler&nbsp

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;| Raffael Korte | Damir Kreilach | Felix Kroos&nbsp

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;| Lukas Lämmel | Toni Leistner | Christopher Lenz | Daniel Mesenhöler | Adrian Nikci | Michael Parensen | Kristian Pedersen | Emanuel Pogatetz | Roberto Punčec | Collin Quaner | Christopher Quiring | Kenny Prince Redondo | Fabian Schönheim | Steven Skrzybski | Maximilian Thiel | Christopher Trimmel | Eroll Zejnullahu

Trainer: Jens Keller

It’s a Beautiful Day (Band)

It’s a Beautiful Day war eine US-amerikanische Rockband, die 1967 von David LaFlamme in San Francisco gegründet wurde. Außerdem mit von der Partie waren LaFlammes erste Ehefrau Linda LaFlamme, Hal Wagenet, Mitchell Holman, Pattie Santos und Val Fuentes

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. Interessant war für damalige Verhältnisse besonders, dass von Bandleader LaFlamme eine elektronisch verstärkte Violine als tragendes Melodieinstrument benutzt wurde und deswegen weitgehend auf den Einsatz einer Sologitarre verzichtet wurde.

Noch vor Veröffentlichung des Debütalbums It’s a Beautiful Day (1969) stieß Fred Webb zur Band. Die LP bekam sehr gute Kritiken, als Singles ausgekoppelt wurden White Bird, Bombay Calling und A Hot Summer Day. Das originale LP-Cover gilt als eines der schönsten Cover in der Geschichte der Rockmusik, durfte später aus lizenzrechtlichen Gründen aber nicht weiter verwendet werden. Das Stück Bombay Calling inspirierte Deep Purple dazu, einen ihrer bekanntesten Songs, Child In Time, zu komponieren, denn Organist Jon Lord war ein großer Fan von It’s a Beautiful Day und Deep Purple waren Vorgruppe auf einer ihrer Tourneen.

Das zweite Album Marrying Maiden aus dem Jahre 1970 kam bis unter die Top 30 der US-amerikanischen Alben-Charts. Als Studio-Gast war Jerry García zu hören. Nachdem Holman und Wagenet die Band 1972 verlassen hatten, mussten sie durch Tom Fowler und Bill Gregory ersetzt werden. Die im gleichen Jahr erschienene LP Choice Quality Stuff Anytime bekam schlechte Kritiken. Außerdem erschien das Live-Album It’s a Beautiful Day at Carnegie Hall

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Auf der 1973er-LP Today waren dann auch nur noch Santos, Fuentes, Webb, Gregory, Bud Cockrell, Greg Bloch und Donald Waldrop zu hören

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. Danach löste sich die Band auf.

Nachdem David LaFlamme 1978 nach einigen schlecht verkauften Konzerten eine neue Band gründete, bekam sie den Namen It Was a Beautiful Day.

1996 kam es zu einem Reunion-Konzert mit David LaFlamme, Holman, Wagenet und Fuentes in Santa Cruz.

Claudia Scherer

Claudia Scherer (* 1954 in Wangen im Allgäu) ist eine deutsche Dichterin und Autorin, die sich in ihrem lyrischen Schaffen auch der Mundartdichtung widmet. Sie veröffentlichte Gedichte, Geschichten, einen Roman und Rezensionen u. a. in der Berliner Tageszeitung taz, in den Zeitschriften Allmende und Nachtcafé sowie in Anthologien.

Sie arbeitete als Buchhändlerin, studierte Deutsch und Kunsterziehung an der Pädagogischen Hochschule in Reutlingen als Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung, war Fotoredakteurin der taz.

Scherer lebt seit 1993 wieder in ihrer Geburtsstadt Wangen mcm taschen sale, wo sie bis 2015 als halb ehrenamtliche Mitarbeiterin der Städtischen Galerie tätig war. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS), im Institut für regionale Sprachen und Kulturen, Innsbruck/Wien (IDI) und im Projekt Mundart-in-der-Schule. Von 2005 bis 2015 war sie Mitglied der Meersburger Autorenrunde. Verschiedene Ausstellungen von Fotografien und Malerei in der Region.

In den Jahren 2007 und 2011 erhielt sie Stipendien des Förderkreises Deutsche Schriftsteller in Baden-Württemberg und 2013 und 2015 Stipendien der Geschwister-Mohr-Stiftung.

Im Jahre 2011 gewann Scherer den 3. Preis beim 9. Feldkircher Lyrikpreis.  

L’Abbaye

L’Abbaye

L’Abbaye ([labei] oder [labeji], im einheimischen frankoprovenzalischen Dialekt [(a) labaːˈi] oder [(a) labaˈji]) ist eine politische Gemeinde im Distrikt Jura-Nord vaudois des Kantons Waadt in der Schweiz.

L’Abbaye liegt auf 1’014 m ü. M., 29 km südwestlich der Bezirkshauptstadt Yverdon-les-Bains und 28 km nordwestlich von Lausanne (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im Vallée de Joux auf dem Schwemmkegel der Lionne am Ostufer des Lac de Joux, im Waadtländer Jura.

Die Fläche des 31,9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt im Waadtländer Jura und rund die Hälfte der Wasserfläche des Lac de Joux. Das Gebiet erstreckt sich vom flachen Uferrandstreifen nach Südosten auf die Antiklinale des Mont Tendre. Diese weist eine rund 3 km breite Nordschulter auf, die von ausgedehnten Wäldern (Grand Bois à Ban und Bois de la Rippe) sowie von Jurahochweiden (darunter der Communal de l’Abbaye) eingenommen wird, die mit den typischen mächtigen entweder einzeln oder in Gruppen stehenden Fichten bestanden sind. Die Landschaft zeigt als typische Erscheinungen des Karstes zahlreiche oberirdisch abflusslose Senken und Dolinen sowie Karrenfelder. Der höchste Punkt von L’Abbaye wird mit 1’650 m ü. M. am Westhang des Mont Tendre erreicht. Im Osten verläuft die Grenze über den Haut du Mollendruz (1’441 m ü. M.) und den Passübergang Pétra Felix (1’144 m ü. M.). Nordöstlich des Lac de Joux und des angrenzenden Lac Brenet reicht der Gemeindeboden über die Hügellandschaft Les Agouillons (bis 1’217 m ü. M.), das Moorgebiet Sagne Vuagnard und das Tal des Baches Ruisseau des Epoisats bis auf den Gipfel der Dent de Vaulion (1’483 m ü. M.)

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. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 57 % auf Wald und Gehölze, 37 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 2 % war unproduktives Land.

Zu L’Abbaye gehören die beiden Dörfer Le Pont (1’008 m ü. M.) am Nordostufer des Jac de Joux und Les Bioux (1’022 m ü. M.) am Südostufer. Letzteres besteht aus den praktisch aneinanderhängenden Strassenzeilensiedlungen Bas des Bioux (1’010 m ü. M.), Vers chez Aron (1’022 m ü. M.) und Vers chez Grosjean (1’025 m ü

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. M.). Ferner gehören zu L’Abbaye auch zahlreiche Einzelhöfe, die weit verstreut auf den Jurahöhen liegen. Nachbargemeinden von L’Abbaye sind Vallorbe, Vaulion, Mont-la-Ville, L’Isle, Montricher, Le Chenit und Le Lieu.

Mit 1450 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2014) gehört L’Abbaye zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 94,0 % französischsprachig, 2,5 % deutschsprachig und 1,5 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von L’Abbaye belief sich 1850 auf 1018 Einwohner, 1900 auf 1350 Einwohner. Während des 20. Jahrhunderts schwankte die Einwohnerzahl zwischen 1050 und 1350. Seit dem letzten Tiefstand (1980 nach der Wirtschaftskrise noch 1068 Einwohner) hat die Bevölkerung wieder deutlich zugenommen.

Schon früh entwickelte sich in L’Abbaye neben der Landwirtschaft auch die handwerkliche und industrielle Tätigkeit. Am Anfang der Entwicklung standen Ende des 15. Jahrhunderts Schmiede- und Hammerwerke sowie Dresch- und Sägemühlen, welche die Wasserkraft der Lionne nutzten. Ein Hochofen bestand von 1557 bis ins 18. Jahrhundert, ab etwa 1650 kamen auch metallverarbeitende Betriebe hinzu. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden diese Betriebe durch die Uhrmacherei abgelöst, die zunächst in Heimarbeit, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Fabriken getätigt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts erlangte die Eisgewinnung in Le Pont eine wichtige Bedeutung. Das Eis wurde während des Winters aus der Eisdecke des Lac de Joux gesägt, anschliessend gelagert und im Sommer in das Schweizer Mittelland und bis nach Paris transportiert.

Heute ist die Bevölkerung in der Uhrenindustrie (hauptsächlich in Les Bioux ansässig), in Sägereien, im touristischen Bereich und im lokalen Kleingewerbe beschäftigt. Die Landwirtschaft besitzt nur noch eine geringe Bedeutung mit Viehzucht und Milchwirtschaft sowie Käseproduktion.

Das Gebiet um den Lac de Joux, den Mont Tendre, die Höhen von Mollendruz und die Dent de Vaulion sind beliebte Ausflugsziele. Im Sommer kann auf dem See Wassersport betrieben werden. Die Jurahöhen eignen sich als Erholungsort und Wanderungsziel. Während des Winters sind bei L’Abbaye mehrere Skilifte in Betrieb. In Le Pont befindet sich der Tierpark Juraparc.

Die Gemeinde liegt an der Hauptstrasse von Vallorbe nach Le Brassus. Von dieser Hauptstrasse zweigt in L’Abbaye die Strasse über den Col du Mollendruz nach Cossonay ab. Am 31. Oktober 1886 wurde die Eisenbahnlinie Vallorbe – Le Pont in Betrieb genommen. Die von der Pont–Brassus-Bahn (PBr) gebaute Verlängerung nach Le Brassus wurde am 21. August 1899 eröffnet. L’Abbaye und Les Bioux werden durch die Buslinie, die von Le Pont nach Le Sentier verkehrt, an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Die Ortsgeschichte von L’Abbaye beginnt mit der Gründung eines Prämonstratenserklosters im Jahr 1126 durch Gozbert, der ein Schüler des heiligen Norbert von Xanten war. Das Kloster war der heiligen Maria Magdalena geweiht. 1228 wird der Ort als Abbatia de lacu Jurensi erwähnt (Abbaye du Lac de Joux). Die Chorherren machten das Land entlang des Lac de Joux urbar, und seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts entwickelte sich das Dorf L’Abbaye um das Kloster.

Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 und der Einführung der Reformation wurde das Kloster säkularisiert. L’Abbaye kam unter die Verwaltung der Landvogtei Romainmôtier. Seit 1571 bildete L’Abbaye nach der Abtrennung von Le Lieu eine selbständige Gemeinde mcm taschen sale. Die Fraktionen L’Abbaye, Le Pont und Les Bioux sind seit 1766 Teilgemeinden mit eigener Gemeindeversammlung und -verwaltung. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte L’Abbaye von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde die Gemeinde dem Bezirk La Vallée zugeteilt. Das Dorf L’Abbaye wurde mehrfach von schweren Bränden heimgesucht, der letzte ereignete sich 1966.

Von der ehemaligen Abtei ist nur noch der gotische Kirchturm aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Für die Feier der 400 Jahre dauernden Unabhängigkeit der Gemeinde wurde 1971 eine spätgotische Arkade des Kreuzgangs wieder aufgebaut. Die heutige reformierte Kirche von L’Abbaye stammt von 1865. Les Bioux besitzt ebenfalls eine reformierte Kirche, ein Holzbau von 1698. Einige charakteristische Bauernhäuser des Waadtländer Juras aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind erhalten.

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