Giorgio Behr

Giorgio Behr (* 18. September 1948 in Schaffhausen) ist ein Schweizer Unternehmer, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer und Universitätsprofessor.
Behr ist Gründer und Verwaltungsratspräsident der Behr Bircher Cellpack BBC sowie Präsident des Schweizer Handballklubs Kadetten Schaffhausen. Bis Ende 2015 war er für über 12 Jahre auch CEO der Behr Bircher Cellpack BBC. Zwischen 1990 und 2005 war er zudem Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen. Seit seinem Rücktritt 2005 ist er dort Honorarprofessor und Präsident des Instituts für Rechnungslegung, Controlling und Wirtschaftsprüfung (ACA). Darüber hinaus amtierte er als Präsident des Verwaltungsrats der Saurer AG, zuerst als Vizepräsident ab 1995, von 2003 bis 2006 als Präsident. Seit 2008 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats der ZF Friedrichshafen, einem der grössten Automobilzulieferer weltweit.

Behr studierte Rechtswissenschaft an der Universität Zürich, wo er 1971 das Studium abschloss und 1974 promovierte (Doktorat). Danach folgten 1976 das Rechtsanwaltspatent, 1979 der Abschluss zum diplomierten Wirtschaftsprüfer sowie ein Forschungsaufenthalt an der University of Washington in Seattle.
Seine berufliche Laufbahn begann Behr 1971 als Handelsschullehrer in Zürich und Schaffhausen, ab 1972 beim Wirtschaftsprüfungsunternehmen Fides (heute Teil von KPMG), für das er im In- und Ausland bis 1982 tätig war und sich auf Sanierungen und Restrukturierungen von Unternehmen spezialisierte. Von 1982 bis 1984 arbeitete er für die Industrie-Gruppe Hesta (Zellweger-Luwa und Schiesser). 1984 gründete er ein eigenes Beratungsunternehmen, die BDS Consulting, und machte sich damit selbständig. Parallel zu seiner beruflichen Laufbahn startete Behr 1989 eine akademische Laufbahn und wurde an der Universität St. Gallen zunächst Lehrbeauftragter und ab 1990 Professor für Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungslegung als Spezialgebiet.
1991 nahm seine berufliche Laufbahn eine Wende vom Sanierer hin zum eigentlichen Unternehmer. Behr wurde damals beauftragt, den in Beringen ansässigen Apparatebauer Bircher zu sanieren. Als sich für Bircher kein Käufer finden liess, übernahm Behr zusammen mit Anton Bucher-Bechtler und dem Management das vom Konkurs bedrohte Unternehmen. 1993 gehörte Giorgio Behr zum Gründungsteam der Bank am Bellevue.
Nachdem Behr 2001 eine Mehrheitsbeteiligung an der 1935 gegründeten und in Villmergen ansässigen Cellpack-Gruppe übernahm, gliederte er 2003 die Bircher-Gruppe zusammen mit der Cellpack-Gruppe in den neu gebildeten Konzern Behr Bircher Cellpack BBC ein. Darüber hinaus wirkte er als Verwaltungsrat und dann als Präsident des Verwaltungsrats der Saurer-Gruppe (1994 bis 2006). Seit 1992 ist er Verwaltungsrat der Liechtensteiner Hilti-Gruppe und seit 2008 Vorsitzender des Aufsichtsrates des deutschen Automobilzulieferkonzerns ZF Friedrichshafen.
Giorgio Behr vertrat die Schweiz in den Rechnungslegungsgremien der UN (ISAR) und der OECD (CIME dort wurde er zum Vizepräsidenten gewählt und war Sprecher der OECD Vertreter im ISAR/UN), in der WP1 der IOSCO sowie die Schweizer Börse in der EFRAG. Er war ab der Gründung (1984) des Standard Setter für die Rechnungslegung in der Schweiz, Swiss GAAP FER, im Ausschuss der Fachkommission und zudem Präsident der Fachkommission der FER (1992–2005). Seit 2005 ist er Präsident des Stiftungsrats der FER. Er war zudem Präsident der Arbeitsgruppe Rechnungslegung der Schweizer Börse SWX (2002–2005). Im Auftrag des Bundesrats war er Mitglied der Kommission Mengiardi 1998 für die Revision des Rechnungslegungs- und Revisionsrecht. 2007 wurde er als Präsident einer kleinen Expertengruppe mit der Ausarbeitung des Entwurfs für das neue Revisionsrecht (in Kraft seit 2007) beauftragt. Anschliessend war er (unter Mitarbeit von Max Sterchi) Experte des Bundesrats für die Ausarbeitung des neuen Rechnungslegungsrechts der Schweiz (in Kraft seit dem 1. Januar 2013). Von 1998 bis 2001 war er Mitglied des Vorstandes der Treuhand-Kammer, dem Berufsverband der Wirtschaftsprüfer und Steuerexperten der Schweiz. Von 2001 bis 2003 war er Mitglied des Geschäftsleitenden Ausschusses der Treuhand-Kammer und von 2003–2007 zuerst Vizepräsident und dann Präsident der Treuhand-Kammer (damals auf 2 Jahre beschränkte Amtsdauer).
2008 machte Giorgio Behr insbesondere durch Übernahmeversuche von börsenkotierten Unternehmen auf sich aufmerksam und stiess dabei teils auf heftige Ablehnung seitens der entsprechenden Unternehmen. Während ihm die Übernahme der Groupe Baumgartner Holding gelang, scheiterte sein Übernahmeversuche bei Sia Abrasives.. Die Aktionäre und das Management von Sia Abrasives bekämpften das geplante Engagement des Schweizer Unternehmers Giorgio Behr und bevorzugten stattdessen eine Übernahme durch die Deutsche Robert Bosch GmbH. Im November 2015 wurde bekannt, dass der neue Eigentümer einen grösseren Stellenabbau für den Schweizer Standort von Sia Abrasives plant. Dies entgegen den Zusagen von 2008, wonach der Standort Schweiz nicht verlagert werden sollte. Eine solche Massnahme wurde von Giorgio Behr im Übernahmekampf um das Unternehmen stets als Risiko einer ausländischen Lösung aufgezeigt. Entgegen dazu wurde der Erhalt des Standortes in der Schweiz für den Schweizer Unternehmer Giorgio Behr stets als strategisches Kernziel formuliert, da Behr mit seinem in der Schweiz ansässigen Behr Bircher Cellpack BBC Konzern über mehr Synergie-Potential in der Schweiz verfügt hätte als dies beim neuen Eigentümer der Fall ist. Im November 2008 erwarb Behr über seine BDS Beteiligungsgesellschaft AG eine Beteiligung von insgesamt 6,36 Prozent am Schweizer Industriekonzern Georg Fischer und wurde damit grösster Einzelaktionär des Unternehmens.
Im November 2009 gab die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) bekannt, dass sie wegen Verdachts auf mögliche Meldepflichtverletzungen im Zusammenhang mit einem namhaften Beteiligungsaufbau an Sia Abrasives ein Verwaltungsverfahren gegen Giorgio Behr und andere eröffnet hat. Am 16. März 2011 erstattete die Finanzmarktaufsicht Strafanzeige gegen Behr beim Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) wegen Verletzung von Offenlegungspflichten. Am 24. Mai 2011 stellte der Rechtsdienst des EFD das Verfahren ein, nachdem Behr eine Wiedergutmachungszahlung von einer Million Franken geleistet hat. Nach Ansicht des Wirtschaftsmagazins Bilanz stellt der Ausgang des Verfahrens klar, dass kein vorsätzlicher Verstoss nachgewiesen werden konnte und es sich höchstenfalls um Fahrlässigkeit handelte.
Als 2008 die Gratiszeitung Schaffhauser Bock in finanzielle Schwierigkeiten geriet und die Arbeitsplätze gefährdet waren, übernahm Giorgio Behr die Verlagsrechte und ermöglichte dem Unternehmer René Steiner eine geordnete Abwicklung seiner Aktivitäten sowie die Rettung der Arbeitsplätze. Heute ist der Schaffhauser Bock, an dem der Verlag Meier + Cie AG (Herausgeber der einzigen Tageszeitung der Region, den Schaffhauser Nachrichten) eine Minderheitsbeteiligung hält, wieder erfolgreich und konnte die Leserzahl von 38’000 (WEMF) wieder auf rund 53’000 steigern.
Giorgio Behr ist verheiratet und Vater von vier Söhnen. Diese sind teilweise bereits unternehmerisch erfolgreich. So Pascal Behr mit seinem Partner Michael Gabi und der Firma Cytosurge; diese hat 2012 den ZKB Pionierpreis Technopark des Technoparks Zürich und der Zürcher Kantonalbank für ein technisches Projekt erhalten. Sein Vermögen wurde 2012 vom Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz auf 450 Millionen Schweizer Franken geschätzt.
Giorgio Behr ist Mitgründer Präsident der gemeinnützigen Stiftung Museumsbahn Stein am Rhein/Etzwilen – Singen. Er hat mit seinem namhaften Beitrag die Instandstellung unter anderem des Bahnhofs Ramsen, der Strecke im Bereich Singen sowie die Anschaffung verschiedener Fahrzeuge ermöglicht. Die SEHR & RS betreibt die einzige Dampfbahn-Strecke der SBB, die von Stein am Rhein via Rheinbrücke Hemishofen über den Rhein und die Landesgrenze nach Singen führt. Am 28. Mai 2011 fuhr dabei erstmals seit 1969 wieder ein Personenzug über die Grenze nach Deutschland. Tausende (insgesamt waren es rund 10’000 Besucher am Eröffnungstag) empfingen den ersten Personenzug seit 1969 – wie in der Gründerzeit 1875.
Als Mitgründer und Hauptgeldgeber für die gemeinnützige Stiftung Nationales Handball Trainings- & Leistungs-Zentrum NHTLZ Schweizersbild engagiert sich Behr ebenso in der Hallensport Förderung in der Grossregion Schaffhausen. Am 9. September 2011 wurde mit der BBC-Arena in Schaffhausen das grösste Handball-Trainingszentrum der Schweiz eröffnet, ein auch europaweit sehr beachteter Komplex mit vier Trainings- und drei Spielhallen, einem Campus sowie einem angegliederten Hotelbetrieb. Ebenso ermöglicht die von Giorgio Behr aufgebaute und von Michael Suter geleitete Suisse Handball Academy SHA jungen Nachwuchstalenten die Möglichkeit, Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Behr ist Präsident des Stiftungsrats der gemeinnützigen Stiftung NHTLZ.
Giorgio Behr war selber mit Gelbschwarz Schaffhausen zu Beginn der 1970er unter Trainer Eugen Wüger Spieler in der NLA (Nationalliga A) und NLB (heute zusammen Swiss Handball League SHL). Nach der Rückkehr zu seinem Stammverein Kadetten Schaffhausen führte er diesen als Spielertrainer und Trainer bis in die NLB (Nationalliga B) und baute eine erfolgreiche Jugendabteilung (unter Präsident und Kadetten-Ehrenmitglied Kurt Baader) auf. Nach einer beruflich und familiär bedingten Auszeit übernahm er 1992 mit einem kleinen Team ehemaliger Spieler, Mitspieler und anderer Kadetten Funktionäre die Handball Abteilung als Präsident. Seither spielen die Kadetten ununterbrochen in der NLA im Schweizer Handball an der Spitze mit. 1993 wurde erstmals die Qualifikation für die Teilnahme am Europacup erreicht, 1999 der Cupsieg und damit der erste nationale Titel gewonnen. Den Meistertitel gewannen die Kadetten erstmals 2005, fünf weitere folgten bis ins Jahr 2012. Heute sind die Kadetten Rekord-Titelhalter sowohl im Supercup als auch im Schweizer Cup und einer der erfolgreichsten Clubs auch bezüglich Meistertitel. Behr war zudem rund 15 Jahre Präsident der Rechtsbehörde für interregionale Ligen (ZDK SHV) und Initiant sowie Mitgründer der Suisse Handball League SHL, dem Zusammenschluss der NLA und NLB Mannschaften im Männer-Handball. Während vier Jahren war er Präsident der SHL und Vertreter im Zentralvorstand des SHV.
Heute ist Behr zudem Präsident der Jury und des Stiftungsrats für die Verleihung des Dr. Kausch-Preises an der Universität St. Gallen. Giorgio Behr ist zudem Mitglied des Stiftungsrats und der Programmkommission von Avenir Suisse. Seit 2006 ist Giorgio Behr Präsident der IVS Wirtschaftskammer der Region Schaffhausen; in dieser Zeit wurden die Aktivitäten der IVS stark ausgebaut.

Friedrich Ludolf Denckmann

Friedrich Ludolf Denckmann, auch Friedrich Louis Denckmann, (* 9. Juni 1820 in Hildesheim; † 13. Mai 1916 in Hannover) war ein deutscher Pfarrer, Paläontologe und Fossiliensammler.
Denckmanns Vater war der Seifenfabrikant und spätere Senator Ernst August Denckmann, seine Mutter war Henriette Conradine Lucie, geb. Baumgarten, eine Hildesheimer Bürgertochter. Denckmann besuchte das Andreaneum-Gymnasium in Hildesheim. Ab 1839 studierte er Theologie und Philologie in Göttingen und promovierte zum Dr. phil. Danach war er zunächst in Hildesheim tätig und gründete hier die höhere Bürger- und Handelsschule. 1856 trat er die zweite Pfarrstelle an der St.-Mariae-Jakobi-Kirche in Salzgitter an, wo er bis 1896 blieb. In diesem Amt betreute Denckmann auch die Kirchengemeinden von Kniestedt und Gitter.
Denckmanns Interesse an der Geologie war durch die beiden Hildesheimer Geologen Hermann Roemer und Johannes Leunis geweckt worden. In seiner freien Zeit entwickelte er sich zu einem anerkannten Fachmann auf diesem Gebiet. Er legte eine umfangreiche Sammlung von Fossilien aus dem Devon des Harzes und der Unterkreide an, die später an die Preußische Geologische Landesanstalt in Berlin und an die Bergakademie Clausthal gelangte.
Er war der Vater des Geologen August Denckmann.

William Gunion Rutherford

William Gunion Rutherford (* 17. Juli 1853 in Mountain Cross, Peeblesshire; † 19. Juli 1907 in Little Hallands bei Bishopstone, East Sussex) war ein schottischer Klassischer Philologe und von 1883 bis 1901 Leiter (Headmaster) der Westminster School.

William Gunion Rutherford, der Sohn eines Geistlichen, besuchte die High School in Glasgow und studierte Naturwissenschaften und Klassische Philologie, zunächst an der University of St Andrews (bei Lewis Campbell), ab 1872 am Balliol College in Oxford, wo er mit dem Master abschloss.
Ab 1876 unterrichtete Rutherford an St Paul’s School in London und beschäftigte sich nebenbei mit der attischen Grammatik und Stilistik, besonders mit der Verbalflexion. Sein Ziel war eine wissenschaftliche fundierte griechische Sprachlehre in den Schulen, denn zu dieser Zeit vermittelte der Griechischunterricht an den englischen Schulen nicht nur unklassische, sondern auch sprachlich unmögliche Formen und Wendungen. Rutherfords griechische Elementargrammatik (1878) hatte beträchtlichen Einfluss auf die Methoden im Griechischunterricht. Wenige Jahre darauf erschien seine kommentierte Edition des Grammatikers Phrynichos, die gleichzeitig eine Studie des klassischen attischen Sprachgebrauchs war und weit über Fachkreise hinaus bekannt wurde. In den folgenden Jahren gab Rutherford weitere kommentierte Editionen und Übersetzungen heraus, darunter Babrios (1883), Thukydides (viertes Buch, 1889), Herodas (1892) und den Brief des Paulus an die Römer (1900). Die University of St Andrews verlieh ihm für seine Verdienste die Ehrendoktorwürde (LL.D.).
1883 erhielt Rutherford zwei Angebote: Eine Stelle als Tutor in Oxford und die Leitung der Westminster School. Er entschied sich für Westminster und arbeitete dort 18 Jahre. Seine wissenschaftliche Arbeit setzte er ununterbrochen fort und trat zu diesem Zweck mit ausländischen Philologen in Kontakt, darunter Carel Gabriel Cobet und Hans Graeven, der für ihn verschiedene Aristophanes-Handschriften in Italien verglich. Rutherfords größtes Vorhaben war eine Edition der Aristophanes-Scholien, für das er jahrelang Material sammelte. Über der unausgesetzten Arbeit und durch die kritischen Reaktionen auf die ersten zwei Bände der Edition (1892) verschlechterte sich seine Gesundheit zusehends, so dass er 1901 in den Ruhestand trat. Er zog mit seiner Familie auf sein Landhaus Little Hallands nahe Bishopstone, East Sussex. Seine Forschungsarbeit setzte er fort, bis er kurz nach seinem 54. Geburtstag starb.

Muhammad Nāsir ad-Dīn al-Albānī

Muhammad Nāsir ad-Dīn al-Albānī (arabisch محمد ناصر الدين الألباني, DMG Muḥammad Nāṣir ad-Dīn al-Albānī; * 1914 in Shkodra, Albanien; † 2. Oktober 1999 in Amman, Jordanien) war ein bekannter islamischer Gelehrter, der großen Einfluss auf die Entwicklung des zeitgenössischen Salafismus genommen hat.

Albani wurde 1914 im albanischen Shkodra geboren, sein Vater Nadschati al-Albani studierte noch zur Osmanischen Zeit in Istanbul hanafitisches Fiqh. Im Jahre 1923, nachdem eine säkulare Regierung an die Macht gekommen war, entschloss sich seine Familie, das Land zu verlassen und sich in Damaskus niederzulassen. Hier begann al-Albānī mit dem Studium des Korans, des hanafitischen Fiqh und anderer Fächer.
Im Alter von 20 Jahren begann er sich auf die Hadith-Wissenschaften zu spezialisieren. Albani forschte weiter auf diesem Gebiet, trotz der Entmutigung seitens seines Vaters, der hoffte, dass er sich mit einfacheren Themen befasse. Albani war finanziell nicht imstande, sich die erforderlichen Bücher zu leisten, sodass er diese häufig von der berühmten az-Zahiriya-Bibliothek in Damaskus auslieh. Ihm wurde dann vom Bibliotheksbesitzer ein eigener Arbeitsraum zugeteilt, in dem er seinen Forschungen nachgehen konnte. Seine Arbeiten unterbrach er nur zum Gebet. Er hat sich an der Katalogisierung arabischer Handschriften der Bibliothek beteiligt und Handschriftenkataloge, die heute noch wegweisend sind, publiziert. 1954 begann al-Albānī, selbst Hadith zu unterrichten, und wurde berühmt für sein enormes Wissen auf diesem Feld.
Obwohl al-Albānī es vermied, irgendeine politische Position zu beziehen, beunruhigte seine wachsende Popularität die syrische Regierung, so dass sie ihn 1960 unter Hausarrest stellte. 1961 wurde er auf Vorschlag von Abd al-Aziz ibn Baz an die neu gegründete Islamischen Universität von Medina berufen, an der er die folgenden zwei Jahre Hadithwissenschaften unterrichtete. Nachdem er sich hier mehrere heftige Auseinandersetzungen mit wahhabitischen Gelehrten geliefert hatte, wurde 1963 sein Vertrag nicht verlängert, und er musste das Königreich verlassen. Er lebte die folgenden Jahre in Syrien, wurde dort aber zwei Mal für mehrere Monate inhaftiert. Nachdem 1965 Sayyid Qutb hingerichtet worden war und viele islamischen Bewegungen ihm ihre Ehrerbietungen darbrachten, war er einer der wenigen, die offene Kritik an Qutb übten, indem er nämlich sein Konzept des Glaubens angriff, das seiner Auffassung zufolge Spurenelement der sufischen Lehre von Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī aufwies.
1975 wurde er zum Mitglied des Obersten Rats der Islamischen Universität Medina ernannt und damit in Saudi-Arabien teilweise rehabilitiert. In dieser Zeit geriet er in einen immer schärferen Gegensatz zur Muslimbruderschaft, deren Anhänger seine Vorlesungen boykottierten und in ihrer Zeitschrift al-Mudschtamaʿ sehr negativ über ihn schrieben. Schüler von al-Albānī, die das Wahhabitentum von dem Einfluss der Muslimbrüder befreien wollten, bildeten eine Gruppierung, die sich Ahl al-hadīth nannte und gegen die in den frühen 1970er Jahren aufblühende Bewegung des „islamischen Erwachens“ (aṣ-ṣaḥwa al-islāmīya) vorging. Mit der Besetzung der Großen Moschee 1979 forderte diese Gruppierung die saudische Regierung gewaltsam heraus. So musste al-Albānī Saudi-Arabien erneut verlassen. Er ließ sich nun in Jordanien nieder und lebte bis zu seinem Tod in Amman unter Hausarrest. In seinen letzten Jahren verhielt er sich weniger konfrontativ.
Albanis hadithwissenschaftliche Arbeiten wurden in der islamischen Welt oft als zu dogmatisch und kontextlos kritisiert. Vor allem die von ihm in seinem Buch Ādāb al-Zifāf (Die Etiketten der Heirat) vertretene Meinung, dass Gold in Form von Ringen, Bändern oder anderen runden Gegenständen auch für Frauen verboten (haram) sei, wird auch von der Salafiyya-Richtung, der al-Albani angehörte, als falsch abgelehnt.
Unter seinen Editionen alter Hadithwerke islamischer Gelehrsamkeit ist eine Publikation der harten Kritik unterzogen worden: das „Buch über den Vorrang, den Segensspruch über den Propheten (Mohammed) zu sprechen“ von Isma’il ibn Ishaq al-Qadi († 895), einem berühmten malikitischen Rechtsgelehrten seiner Zeit aus Bagdad. Die Edition von al-Albani (1. Auflage Damaskus 1963; 2. Auflage Beirut 1969; 3. Auflage Beirut 1977) auf insg. 87 Seiten in Kleinformat hat As’ad Salim Tayyim näher untersucht und in seiner Rezension von 60 (!) Seiten erhebliche Mängel sowohl in der Edition als auch in den Kommentaren von al-Albani nachgewiesen.

Colegiata de Santa María la Mayor (Toro)

Die Kollegiatskirche Colegiata de Santa María la Mayor am Südrand der Kleinstadt Toro in Kastilien-León gehört zu den bedeutendsten Bauten der Romanik und der Gotik in Spanien.

Mit dem Bau der Stiftskirche wurde um das Jahr 1160, d. h. in der Zeit Ferdinands II. von León in den Stilformen der leonesischen Romanik (vgl. die alten Kathedralen von Zamora, Salamanca und Plasencia) begonnen; die Bauarbeiten des Westteils zogen sich jedoch bis ins Jahr 1240 hin und endeten in den Stilformen der Gotik. Einige vermuten, dass das gotische Westportal erst vom Ende des 13. Jahrhunderts stammt. Der Kirchenbau, vor allem der Vierungsturm, ist in der Vergangenheit wiederholt stabilisiert und restauriert worden.
Die Kirche ist ein dreischiffiger Bau mit Querhaus und drei Apsiden, die – abhängig von ihrer Bedeutung – unterschiedlich gestaltet sind: Die mittlere Apsis ist durch Säulenvorlagen und zwei übereinanderliegende Kränze von Blendfenstern besonders betont; die seitlichen Apsiden sind – bis auf jeweils ein eingestelltes Fenster mit Säuleneinfassung und einem horizontalen Gesims – ungegliedert. Alle drei Apsiden enden in Konsolenfriesen unterhalb der Dachtraufe. Auf beiden Seiten des Querhauses sowie oberhalb der Mittelapsis finden sich spätromanische Radfenster.
Architektonischer Höhepunkt des romanischen Kirchenbaues ist ganz eindeutig der zweigeschossige Vierungsturm mit seinem sechzehnseitigen Grundriss, wobei allerdings vier Seiten durch runde Ecktürmchen, die sowohl dem Schmuck als auch der statischen Stabilisierung dienen, besonders hervorgehoben sind. Während die Ecktürme im unteren Teil kaum Baudekor aufweisen, sind die beiden Ebenen des Zentralturms mit ihren – von kleinen Säulchen begleiteten und in orientalisch anmutenden Vielpassbögen endenden – Fenstern vollkommen gleich gestaltet.

Der Turm in der Nordwestecke des Bauwerks hat in seinem unteren Teil einen quadratischen Grundriss, der sich weiter oben zu einer achteckigen Glockenstube entwickelt. Er ist auf allen Seiten durch Strebepfeiler stabilisiert.
Der innere Bogen des tympanonlosen Nordportals zeigt einen Vielpassbogen. In der nächsten Archivolte finden sich Engel mit ausgebreiteten Flügeln, die auf die Mittelperson (Gott/Christus) hin orientiert sind. Der äußere Archivoltenbogen präsentiert die 24 Ältesten der Apokalypse (Offb 4,4–5 EU) mit Musikinstrumenten; in der Mitte zeigt sich ein bärtiger Gottvater begleitet von zwei Fürbittenden (Maria und Johannes).
Turm und Romanisches Nordportal
Romanisches Nordportal
Romanisches Nordportal (Detail)
Zwei Älteste mit einem Psalterion
Am ersten Pfeiler des dreischiffigen Langhauses ist die schöngewandete und sehr weiblich wirkende Figur einer gegürteten (schwangeren?) Maria zu sehen, die halb neugierig, halb überrascht zu der Figur am gegenüberliegenden Pfeiler hinüberschaut, die unschwer als der Erzengel Gabriel zu identifizieren ist – beide Figuren ergeben zusammen eine Verkündigungsgruppe. Die beiden folgenden Pfeiler tragen Statuen von Jakobus d. Ä. (Santiago) und dem Evangelisten Johannes. Der Vierungsbereich mit seiner doppelgeschossigen, auf Pendentifs ruhenden, sechzehnteiligen Rippenkuppel gehört zu den außergewöhnlichsten Leistungen der europäischen Romanik. Durch insgesamt 24 Fenster – acht weitere sind durch die äußeren Ecktürmchen verdeckt – fällt von allen Seiten Licht hinein, so dass das nahezu fensterlose Kirchenschiff von oben, d. h. durch „Himmliches Licht“ belichtet wird. Derartige durchfensterte Vierungstürme werden auch als Laternentürme (cimborrios) bezeichnet.
Zur Ausstattung gehören zwei Altarretabel – einer aus Holz in der Hauptapsis und einer, der Juan de Ávila, dem im Jahre 1970 heiliggesprochenen „Apostel Andalusiens“, gewidmet ist, im nördlichen Querschiff. Schmuckstücke des Sakristeimuseums sind eine Kreuzigungsgruppe aus Elfenbein mit Applikationen aus Schildpatt aus dem 17. Jahrhundert und ein flämisches Tafelbild, das als „Madonna mit der Fliege“ (Virgen de la Mosca) bezeichnet wird – in Wirklichkeit handelt es sich jedoch um eine Darstellung der Heiligen Familie oder einer Sacra Conversazione mit der – als Dienerin im Hintergrund stehenden – Maria Magdalena und der Hl. Katharina von Alexandrien, bei der es sich sehr wahrscheinlich – sie sitzt wie unbeteiligt vor der eigentlichen Szenerie – um ein verstecktes (posthumes?) Porträt der im Jahre 1504 verstorbenen Königin Isabella von Kastilien handelt. Nachdem das Bild lange Zeit um 1520 datiert und über den Maler gerätselt wurde, wird das Gemälde von vielen Forschern nunmehr Fernando Gallego (1440–1507/8) zugeschrieben und entsprechend früher datiert. Maria hält in ihrer Rechten einen Apfel, den sie (die Geste ist unklar) vom Christuskind fernzuhalten scheint, denn bereits im Alten Testament ist der Apfel ein Symbol der Versuchung und der Sünde. Andererseits kann die Szene auch dahingehend gedeutet werden, dass Christus als „Neuer Adam“ dazu berufen ist, die Ursünde der Menschheit auf sich zu nehmen und durch seinen Kreuzestod zu überwinden – deshalb streckt der kleine Christusknabe seine linke Hand nach dem Apfel aus. Die Fliege sitzt übrigens auf dem roten Gewand der Madonna und zwar in Höhe ihres linken Knies; neueren Untersuchungen zufolge ist sie eine spätere Hinzufügung – ebenso wie der Strahlenkranz um das Haupt Mariens, der einen älteren Schleier ersetzt haben soll.
Das Westportal (Portada de la Majestad) zählt zu den bedeutendsten Leistungen der spanischen Gotik. Das Portal selbst wird in die Zeit Sanchos IV. (reg. 1284–1295) datiert; die farbige Fassung entstammt dem 18. Jahrhundert – sie dürfte sich jedoch an mittelalterlichen Vorbildern, eventuell sogar Farbspuren, orientiert haben. Im Zentrum der dargestellten Personen steht Maria, die bereits als Himmelskönigin am Trumeaupfeiler des Portals mit dem Christuskind auf dem Arm erscheint. Im Portalgewände finden sich Darstellungen von alttestamentlichen Königen (David und Salomon) und Propheten. Im steinernen Türsturz darüber findet sich eine Darstellung des Todes und der Himmelfahrt Mariens; das Tympanon zeigt die – in der Gotik äußerst populäre – Szenerie wie sie zur Rechten Gottes sitzend von diesem gekrönt wird. Die vor einem blauen Hintergrund (= Himmel) stattfindende Szene im Tympanon wird begleitet von zwei knienden Engeln mit Kerzenleuchtern und zwei fliegenden Engeln mit Weihrauchfässern. In den sechs Archivoltenbögen darüber befinden sich insgesamt 78 Einzelfiguren, die oft nicht eindeutig zu identifizieren sind: Die acht knienden Personen der innersten Archivolte halten Weihrauchfässer und Leuchter in ihren Händen und sind durch ihre Flügel als Engel gekennzeichnet; die zehn Figuren im nächsten Bogen sind wegen ihrer Kronen wohl als (alttestamentliche) Könige aufzufassen; die zwölf Skulpturen in der 3. Archivolte wären folglich die Zwölf Apostel; die nächsten beiden Bogenläufe zeigen 14 Bischöfe und 16 Frauengestalten; im äußersten Archivoltenbogen finden sich die Ältesten der Apokalypse mit ihren Musikinstrumenten (siehe Weblink). Ganz nach außen verlagert ist die mahnende und in der romanischen Kunst so zentrale Darstellung des Jüngsten Gerichts: Zu beiden Seiten Christi finden sich zunächst zwei Engel mit den Leidenswerkzeugen (Arma Christi), daneben zwei Fürbittende und zwei Posaunenengel; zur Linken Christi schließt sich der Zug der Verdammten an, der in der Hölle endet; zu seiner Rechten werden die Geretteten von Engeln in den Himmel geleitet.
41.52-5.3945694444444Koordinaten: 41° 31′ 12″ N, 5° 23′ 40″ W

Marshall C. Yovits

Marshall C. Yovits (* 16. Mai 1923 in Brooklyn) ist ein US-amerikanischer Physiker und Informatiker.
Yovits studierte am Union College in Schenectady mit dem Bachelor-Abschluss in Physik 1944. Danach arbeitete er für das National Advanced Committee for Aeronautics in Langley Field, Virginia. Er setzte sein Studium am Union College mit dem Master-Abschluss 1948 fort und wurde 1951 an der Yale University in Physik promoviert. Von 1948 bis 1950 war er auch Instructor in Yale. Nach seiner Promotion ging er an die Johns Hopkins University an das Labor für Angewandte Physik und von 1956 bis 1966 arbeitete er für das Office of Naval Research in Washington, D.C., wo er die Abteilung Informationssysteme einrichtete. Von 1962 bis 1966 leitete er außerdem die Military Operations Research Society.
1966 wurde er Professor und Vorstand der Fakultät für Informatik der Ohio State University und war dort Direktor des Computer and Information Science Research Center. 1980 ging er an die Indiana University-Purdue University (IUPUI) in Indianapolis als Dekan der School of Science, was er bis 1988 blieb. Bis zu seiner Emeritierung 1993 war er dort auch Professor für Informatik.
1989 erhielt er den Computer Pioneer Award. Er erhielt einen Outstanding Performance Award und einen Superior Civilian Service Award der US Navy.

Satprem

Satprem (* 30. Oktober 1923 in Paris; † 9. April 2007) war ein französischer Autor und bedeutender Schüler von Mirra Alfassa, genannt Die Mutter.

Er wurde als Bernard Enginger in Paris geboren, stammte jedoch aus der Bretagne, vor deren Küste er in seiner Kindheit und Jugend regelmäßig lange Segelfahrten unternahm. Aufgrund von Widerstandsaktivitäten wurde er mit zwanzig Jahren von der Gestapo verhaftet und verbrachte anderthalb Jahre in deutschen Konzentrationslagern. Körperlich und seelisch zutiefst erschüttert, reiste er nach seiner Befreiung nach Indien, um einen Posten in der französischen Kolonialverwaltung in Pondicherry anzutreten. Dort begegnete er Sri Aurobindo und der Mutter.
Da er mit seiner Tätigkeit und seinem Leben unzufrieden war, verließ er Indien alsbald und begab sich auf eine Reihe von Abenteuerreisen, die ihn nach Südamerika und Afrika führten, bevor er 1953 nach Indien zurückkehrte. Im Alter von 30 Jahren stellte er sich in den Dienst der Mutter und wohnte im Sri Aurobindo Ashram. Er gab etwas Unterricht in der Ashram-Schule und redigierte die französischen Texte der von der Mutter herausgegebenen Vierteljahreszeitschrift Bulletin of the Department of Physical Education, die zweisprachig englisch-französisch erschien. Satprem blieb aber ruhelos und glaubte, er könne seine Erfüllung in immer neuen Abenteuern finden. Deshalb brach er wieder auf und unternahm Reisen in den Kongo, nach Brasilien, Afghanistan, in den Himalaya, durch die Wüste Gobi und nach Neuseeland, bis er schließlich wieder nach Pondicherry zurückkehrte. Am 3. März 1957 gab die Mutter ihm den Namen Satprem mit der Bedeutung „der die Wahrheit liebt“. 1981 entstand ein Dokumentationsfilm über Satprem – vornehmlich ein Interview über Religion, Moral und die Mutter.
Im Jahr 1959 wurde er Schüler eines tantrischen Yogi, der auch Oberpriester des großen Tempels von Rameswaram im Süden des Bundesstaats Tamil Nadu war. Dann wanderte er, geführt von einem anderen Yogi, sechs Monate als Sannyasin durch Indien. Seine Erzählung Vom Körper der Erde oder Der Sannyasin gründet auf diese Erfahrungen. Nach jenen Wanderungen kehrte er wieder zum Ashram zurück.
Satprem wurde von Zeit zu Zeit von der Mutter in ihren Raum eingeladen, um bestimmte Aufgaben in Zusammenhang mit der Herausgabe des Bulletins zu besprechen. Er war von ihr fasziniert und begann Fragen zu stellen, fand es wunderbar, ihr zuzuhören, wenn sie von ihren Erfahrungen berichtete. Bald wurde er sich der Bedeutung dieser Gespräche bewusst und begann sie mit einem Tonbandgerät aufzunehmen. Auf diese Art und Weise entstand Mutters Agenda. Sie umfasste die Themen der literarischen Arbeit, seine eigene Entwicklung und Schulung im Yoga sowie die Beschreibung der körperlichen Transformation der Mutter. Während dieser Zeit lernte er auch seine zukünftige spirituelle Gefährtin Sujata Nahar kennen.
Unter der Leitung der Mutter schrieb er das Buch Sri Aurobindo oder das Abenteuer des Bewusstseins, welches 1964 erschien und zur populärsten Einführung in den integralen Yoga wurde. In den Jahren 1972-73 entstand ein weiteres Werk mit dem Titel La Genèse du surhomme, das 1974 erschien.
Nach dem Tod der Mutter kam es zu einem ernsten Konflikt zwischen Satprem und der Führung des Ashrams. Seine gesamte Korrespondenz mit der Mutter von 1962 bis 1973 wurde beschlagnahmt und er selbst wurde aus dem Ashram verwiesen, woraufhin er sich mit den Tonbandaufnahmen der Agenda nach Auroville zurückzog.
Nach dem Tod der Mutter schrieb er die Trilogie Mutter, in welcher er das Tonbandmaterial erstmals analysierte und kommentierte. In seinem nächsten Werk Das Mental der Zellen, das 1980 erschien, fasste er noch einmal wichtige Inhalte der Trilogie zusammen. Zur Veröffentlichung und Verbreitung der Agenda gründete er in Paris das Institut de Recherches Evolutives (Institut für Evolutionsforschung). 1983 beschlossen Satprem und Sujata, sich gänzlich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Sieben Jahre später meldete sich Satprem wieder zurück mit einigen Buchtiteln, in denen er über seine eigenen Erfahrungen, über die Lehren von Sri Aurobindo und der Mutter und über die zukünftige Entwicklung der Menschheit schrieb.
Satprem starb am 9. April 2007, seine Gefährtin Sujata Nahar starb einen Monat später im Alter von 81 Jahren am 4. Mai 2007.
https://www.youtube.com/watch?v=mH2UZTFBTow (deutsch)

Gala-Yuzawa-Linie

Die Gala-Yuzawa-Linie (jap. ガーラ湯沢線, Gāra-Yuzawa-sen) ist der inoffizielle Name einer 1,8 km kurzen Nebenstrecke der japanischen Jōetsu-Shinkansen-Hochgeschwindigkeitseisenbahnstrecke.

Der Streckenabzweig vom Bahnhof Echigo-Yuzawa wurde ursprünglich aus betrieblichen Überlegungen während des Baus der Jōetsu-Shinkansen errichtet. Mit der Einrichtung des Skigebietes Gala-Yuzawa durch die East Japan Railway Company wurde die Strecke für den Fahrgastverkehr umgebaut und ein Bahnhof errichtet, der am 20. Dezember 1990 eröffnet wurde. Der Bahnhof befindet sich inmitten des Skigebietes, so dass einige Ski-Lifte direkt an den Bahnhof angrenzen.
Die Gala-Yuzawa-Linie wird ausschließlich in den Wintermonaten in der Ski-Saison und ausschließlich von Tokio aus bedient. Alle Züge der Linie sind Tanigawa-Limited Express-Verbindungen, die zuschlagpflichtig sind.
Außerhalb der Ski-Saison wird die Nebenstrecke entsprechend ihrer ursprünglichen Funktion als Wende- und Aufstellanlage für Jōetsu-Skinkansen genutzt, die in Echigo-Yuzawa enden.
Verkehrsrechtlich gehört die Gala-Yuzawa-Linie zu der schmalspurigen Jōetsu-Linie, ist aber nicht mit ihrem Gleiskörper verbunden.

Surudi Milli

Surudi Milli (tadschikisch Суруди миллӣ) ist die Nationalhymne Tadschikistans. Sie wurde 1991, im Jahr der Unabhängigkeit, als Nationalhymne eingeführt. Der Text ist von Gulnazar Keldi und die Musik von Suleiman Yudakov.

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Nationalhymnen der Staaten von: Afrika | Europa | Nordamerika | Ozeanien | Südamerika
Übersicht aller Nationalhymnen

Godzilla (1954)

Godzilla (jap. ゴジラ, Gojira, Alternativtitel: Godzilla – Das Original) ist der Titel eines Monsterfilms des japanischen Regisseurs Ishirō Honda. Der in Schwarzweiß gedrehte Film bildete den Grundstein für den Kult um den Monstersaurier Godzilla, der daraufhin in bislang 28 japanischen und 2 amerikanischen Monsterfilmen die Hauptrolle spielen sollte, und begründete in Japan ein eigenes Filmgenre, das des „Kaijū Eiga“ (jap. 怪獣映画).

Vor der Küste der Insel Odo spielen sich seltsame Vorkommnisse ab: Eine Reihe von Schiffen erleiden Schiffbruch und brennen ab. Die wenigen Überlebenden können keine konkreten Angaben machen. Nur die Bewohner der Insel Odo meinen, den Grund der Vorkommnisse zu kennen: Demnach sucht das sagenumwobene Monster Godzilla an Land nach Nahrung, wenn er im Meer keine Fische mehr findet. Nur Menschenopfer könnten ihn wieder besänftigen.
Des Nachts entsteigt Godzilla dem Meer und verwüstet die Insel. Professor Yamane, dessen Tochter Emiko eine Beziehung mit dem Marineoffizier Ogata hat, untersucht Godzillas riesige, radioaktive Fußabdrücke und findet die Erklärung: So hat das Ungeheuer Jahrmillionen unter Wasser verbracht, wie ein entsprechend alter Trilobit beweist, und kam an Land, als es von Atombombenversuchen aufgeschreckt wurde. Es kommt zu einer ersten Sichtung des saurierartigen Godzillas auf der Insel, der sich dann ins Meer zurückzieht. Sofort fängt die Marine an, den Meeresabschnitt, in dem Godzilla lebt, zu bombardieren. Als das Militär Professor Yamane nach Möglichkeiten befragt, den Godzilla zu töten, plädiert dieser dafür, an Godzilla die Geheimnisse des Lebens zu studieren, beispielsweise wie dieser die radioaktive Strahlung absorbiert und überlebt hat.
Emiko besucht Dr. Serizawa, dem sie seit ihrer Kindheit versprochen ist. Dieser führt ihr seine neueste Erfindung, den Oxygen-Zerstörer (Oxygen-Destoroyah), vor. Der Oxygen-Zerstörer zersetzt den Sauerstoff in seiner unmittelbaren Umgebung und kann so alles Leben töten. Serizawa wollte mit der Erfindung des Oxygen-Zerstörers als bedeutendster Wissenschaftler der Welt in die Geschichte eingehen. Da der Oxygen-Zerstörer in den falschen Händen zur bedrohlichen Waffe werden könnte und Serizawa ihn neutralisieren will, bevor er ihn publik macht, nimmt er Emiko das Versprechen ab, niemanden von seiner Erfindung zu erzählen.
Der Godzilla geht wieder an Land und lässt sich auf seinem Weg nach Tokio weder von Militärbeschuss noch von Hochspannungskabeln aufhalten. Panik bricht aus, Godzilla verwüstet Tokio, hauptsächlich indem er es mit seinem atomaren Feueratem in Brand setzt. Als Emiko die Verwüstung und das Elend sieht, kann sie nicht anders, als Ogata von Serizawas Erfindung zu erzählen. Beide versuchen nun, Serizawa vom Einsatz des Oxygen-Zerstörers zu überzeugen. Dieser sträubt sich zunächst, lenkt aber ein, als er Fernsehbilder des von Godzilla verursachten Elends sieht.
Ein Schiff mit Emiko, Ogata, Serizawa und Professor Yamane an Bord fährt zu Godzillas Aufenthaltsort. Ogata und Serizawa tauchen hinab, um den Oxygen-Zerstörer zu aktivieren, nach dessen Einsatz von Godzilla nur noch Knochen übrig bleiben. Während Ogata wieder auftaucht, bleibt Serizawa unten, wünscht Ogata per Funk, dass er mit Emiko glücklich werden soll, und schneidet sein Sauerstoffkabel durch. Professor Yamane sinniert, dass der Menschheit noch schlimmere Katastrophen als der Godzilla drohen, wenn sie weiterhin die Atomkraft missbraucht.
Der Vorfall um den japanischen Fischkutter Dai-go Fukuryū-maru (dt.: Glücklicher Drache), der am 1. März 1954 durch den US-amerikanischen Kernwaffentest Castle Bravo radioaktiv kontaminiert wurde, brachte den Produzenten Tomoyuki Tanaka auf die Idee, das Trauma, das das japanische Volk neun Jahre vorher durch die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erlitten hatte, filmisch zu verarbeiten. Er schlug seinen Vorgesetzten bei den Tōhō-Studios einen Monsterfilm nach dem Schema der erfolgreichen US-amerikanischen Produktion Panik in New York (1953) vor.
Zunächst war Senkichi Taniguchi als Regisseur geplant. Doch der sagte ab, weil für Godzilla sein Großprojekt Behind the Glory gestoppt worden war. So wurde Ishirō Honda engagiert, der bis dahin erst als Regieassistent gewirkt und mit Eagle of the Pacific seinen Debütfilm gedreht hatte, aber große Ambitionen für das Monsterfilm-Projekt mitbrachte: Betrug die durchschnittliche Vorbereitungszeit für einen normalen Tōhō-Kassenknüller lediglich drei Wochen, brauchte Honda allein für das Drehbuch mehr als die doppelte Zeit.
Der Film wurde unter der Aufsicht des für die Spezialeffekte zuständigen Tricktechnikers Eiji Tsuburaya im Suitmation-Verfahren gedreht, was bedeutet, dass ein Schauspieler im Godzilla-Kostüm durch Modellbauten stapfte. Im Falle von Godzilla wechselten sich die Schauspieler Haruo Nakajima und Katsumi Tetsuka bei der Darstellung von Godzilla ab, da wegen der Hitze und der stickigen Luft, die sich im 100 Pfund schweren Gummikostüm entwickelten, höchstens drei Minuten am Stück gedreht werden konnte. Im Gegensatz zu späteren Godzilla-Filmen, in denen die Modellbauten aus Pappwänden in einem Stück bestanden, wurden für Godzilla in mühevoller Handarbeit Miniaturbauten aus kleinen Bausteinen zusammengesetzt. Das charakteristische Brüllen des Monsters entstand wiederum durch verfremdete Cello-Klänge.
Das Monster selbst hieß im Anfangsstadium nur „G“; später nannte man es nach dem Spitznamen eines fülligen Tōhō-Mitarbeiters „Gojira“ (einem Wortspiel aus „Gorilla“ und „Wal“). Der Name „Gojira“ wurde vom amerikanischen Verleih in „Godzilla“ „eineuropäisiert“.
Godzilla wurde am 3. November 1954 in Japan uraufgeführt und zählte zu den zehn erfolgreichsten Filmen des Jahres. Als der Film zwei Jahre später in die amerikanischen Kinos kam, wurden eigens von Terry O. Morse gedrehte Szenen eingefügt, in denen Raymond Burr den Reporter Steve Martin spielt, sowie Szenen entfernt, die zu viel Einblick in die japanische Kultur gegeben hätten. Ähnlich wurde mit Godzilla – Die Rückkehr des Monsters (1984) verfahren.
Das Budget für Godzilla war das höchste, das bis dahin für einen japanischen Film veranschlagt worden war. Nach dem überwältigenden Erfolg für die Toho-Studios wurde 1955 unter der Regie von Motoyoshi Oda die Fortsetzung Godzilla kehrt zurück (Gojira No Gyakushu) gedreht. In diesem Film muss Godzilla (der in der US-Fassung der Fortsetzung Gigantis genannt wurde) das erste Mal gegen ein anderes Monster, hier gegen Angiras, antreten.
In beiden Filmen wurde Professor Yamane vom Schauspieler Takashi Shimura dargestellt – dieser hatte, ebenfalls 1954, unter der Regie von Akira Kurosawa in dem ebenfalls außerhalb Japans populären Die sieben Samurai mitgewirkt. Auch Honda hatte bereits als Regieassistent für Kurosawa gearbeitet.
Die deutsche Synchronisation von Godzilla entstand 1957 durch die Berliner Synchron GmbH; Synchronregisseur war C.W. Burg, der auch das Dialogbuch schrieb.
Die deutsche Kinofassung des Films wurde um etwa zwölf Minuten gekürzt (hauptsächlich Handlung), jedoch basiert sie auf der japanischen Originalversion. Heute gibt es die japanische Originalversion in Deutschland als DVD von Splendid. Vom selben Anbieter existiert auch eine Doppel-DVD mit der deutschen und der amerikanischen Kinofassung sowie eine Blu Ray mit der deutschen und der japanischen Fassung.
Im Vergleich zur japanischen Originalfassung fehlten in der deutschen Kinoversion folgende Szenen:
„Japanischer Abenteuerfilm, der taktlos genug ist, seine Gruseltricks mit realistischen Schreckensszenen zu verbinden und diese sensationelle Mischung als Warnung vor dem Atommißbrauch auszugeben.“
„[…] ein mehrfach ‚zurechtgeschnittener‘ Horrorklassiker (die heutige Fassung entstand 1956) mit genreprägenden Special Effects. (Wertung: 3 Sterne = sehr gut)“
„Hier findet das japanische Atombombentrauma auf sehr triviale Weise seinen Ausdruck. Tricktechnisch simpel, aber mit naiver Fantasie in Szene gesetzt, wurde der Film mit dem bizarren Ungetier ein internationaler Erfolg und setzte eine Serie in Gang, die auch in den 90er Jahren noch fortgesetzt wird.“
Shōwa-Reihe: Godzilla (1954) | Godzilla kehrt zurück (1955) | Die Rückkehr des King Kong (1962) | Godzilla und die Urweltraupen (1964) | Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah (1964) | Befehl aus dem Dunkel (1965) | Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer (1966) | Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn (1967)
Frankenstein und die Monster aus dem All (1968) | Gojira, Minira, Gabara: All Kaijū Daishingeki (1969) | Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (1971) | Frankensteins Höllenbrut (1972) | King Kong – Dämonen aus dem Weltall (1973) | King Kong gegen Godzilla (1974) | Die Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong (1975)
Heisei-Reihe: Godzilla – Die Rückkehr des Monsters (1984) | Godzilla, der Urgigant (1989) | Godzilla – Duell der Megasaurier (1991) | Godzilla – Kampf der Sauriermutanten (1992) | Godzilla gegen MechaGodzilla II (1993) | Godzilla gegen SpaceGodzilla (1994) | Godzilla gegen Destoroyah (1995)
Millennium-Reihe: Godzilla 2000: Millennium (1999) | Godzilla vs. Megaguirus (2000) | Godzilla, Mothra and King Ghidorah (2001) | Godzilla against MechaGodzilla (2002) | Godzilla: Tokyo SOS (2003) | Godzilla: Final Wars (2004)
US-amerikanische Verfilmungen: Godzilla (1998) Godzilla (2014)
Taiheiyō no Washi | Saraba Rabaul | Godzilla | Jūjin Yuki Otoko | Die fliegenden Monster von Osaka | Weltraumbestien | Das Grauen schleicht durch Tokio | Varan – Das Monster aus der Urzeit | Krieg im Weltenraum | Gasu Ningen Dai-1-gō | Mothra bedroht die Welt | Shinku no Otoko | Ufos zerstören die Erde | Die Rückkehr des King Kong | Matango | U 2000 – Tauchfahrt des Grauens | Godzilla und die Urweltraupen | X 3000 – Fantome gegen Gangster | Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah | Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht | Befehl aus dem Dunkel | Frankenstein – Zweikampf der Giganten | Oyome ni Oide | King Kong – Frankensteins Sohn | Frankenstein und die Monster aus dem All | U 4000 – Panik unter dem Ozean | Godzilla – Attack All Monsters | Monster des Grauens greifen an | Die Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong